Geduld

Ein weiteres Filmprojekt von mir, das sich mit dem Thema Geduld beschäftigt. Dieser Film verlangte nicht nur mir, sonder verlangt auch dem/der ZuschauerIn einiges an Geduld ab, denn er/sie beobachtet mich dabei  wie ich innerhalb von 5 Tagen den Marche Funèbre von Mozart erlerne: Vom Lesen der Noten über Finden der richtigen Fingerstellung, Koordination von rechter und linker Hand bis hin zur Automatisierung und der musikalischen Erarbeitung. Viel Spaß … oder eher gesagt: Viel Geduld beim Anschauen!

Advertisements
Geduld

Die ganz besondere Art von Beziehung

Um diesen Blog wieder etwas zu beleben, ich allerdings derzeit noch ohne Inspiration bin, lade ich hier eine Kurzgeschichte hoch, die ich vor 7-8 Jahren geschrieben habe. Ohne Korrektur. Durch meine Rolle im KHG-Theater und zwei Poetry Slams, die ich zuletzt besucht habe, bin ich wieder ein wenig angestachelt worden, mehr zu lesen und zu schreiben. Es ist daher durchaus möglich, dass es eine eigene Kategorie geben wird. Aber jetzt viel Spaß bei der Kurzgeschichte!

—-

Wenn du zu mir kommst, dann sind wir unzertrennlich, du weichst mir nicht von der Seite. Durch ein starkes Band sind wir eng miteinander verbunden. Du gibst mir Kraft und Energie. Deine Liebe zu mir ist so groß, dass du mich fast ueberallhin begleiten moechtest, sogar auf die Toilette. Das erste Mal hatte ich etwas Hemmungen, aber mittlerweile habe mich daran gewoehnt. Die argwoehnischen und belustigenden Blicke meiner Freunde beachte ich garnicht mehr. Fuer das Duschen laesst du dich allerdings nicht besonders begeistern, da stellst du dich etwas hinderlich und linkisch an, das sehe ich an deiner Koerpersprache, daher habe ich nie versucht, dich davon zu ueberzeugen, dass Duschen etwas schoenes sein kann. Aber das ist okay. Geschmaecker sind eben verschieden. Manchmal gibt es aber tatsaechlich Momente, in denen unser Zusammenleben nicht so funktioniert, wie wir uns das vorstellen, dann tust du Dinge, die mir sehr weh tun. Deswegen brauchen wir den Anstoß von außen, man muss kurz an unserem Band ziehen, um uns unsere Abhaengigkeit vor Augen zu fuehren, aber meistenns laeuft es dann wieder zwischen uns. Wir sehen uns jeden Tag, meistens kommst du direkt nach dem Fruehstueck. Da ich morgens nicht immer ganz fit bin, brauche ich erst einmal eine Weile bis ich mich an dich gewoehne, aber dann halte ich es fuer selbstverstaendlich, dass du da bist. Der Mittag ist die schlimmste Zeit, weil wir uns bis zum Abend erst mal nicht sehen. Allein der Gedanke macht mich so unruhig, dass ich staendig umherlaufe und mich irgendwie beschaeftigen muss. Du dagegen wirst ganz schweigsam, nicht, dass du sonst sehr viel redest -du bist einer dieser ruhigen Typen-, aber bevor du gehst, bist du besonders still. Dir faellt es auch nicht leicht, mich alleine zu lassen. Andererseits ist es auch mal gut, wenn wir Abstand voneinander haben, denn jeder braucht Zeit fuer sich, um zur Ruhe zu kommen. Und umso groeßer ist die Wiedersehensfreude. Waehrend du weg bist, lese ich, telefoniere oder schlafe ich oder ich liege einfach in meinem Bett und denke nach. Ab und zu schaue ich fern, aber das Programm ist meistens so uninteressant, dass ich recht schnell gelangweilt bin. Es gibt viele Tage, an denen ich so kraftlos bin, dass ich mich sogar bekochen lasse, mir macht es nicht einmal etwas aus, von wem. Aber schließlich ist auch die Zeit ohne dich irgendwann totgeschlagen und wir sind wieder vereint. Zwischen uns kommt es nicht so oft zu Koerperkontakt, weil du nicht viel davon haelst. Du meinst, dass deine Liebe durch mich fließe, und das sei die wahre Intimitaet, eine Form, die weit ueber die physikalische, koerperliche Naehe hinausgeht. Deine Haut ist milchig weiß, fast so hell wie die von Engeln, ich weiß nicht, ob Engel wirklich so aussehen, aber ich stelle sie mir zumindest so vor. Du wirkst so blass, man koennte meinen, du bist tot, aber ich werde immer wieder eines Besseren belehrt, wenn du mir an schlechten Tagen Lebensfreude spendest. Leider kannst du nicht alleine laufen und brauchst dewegen immer einen Gehilfen, der uns begleitet. Das ist auch einer der Gruende, warum wir uns nicht so nah sein koennen. Du und dein Assistent, ihr koenntet unterschiedlicher nicht sein, er ist naemlich sehr groß und duenn. Er hat auch einen eher dunkleren Teint, aber er wirkt trotzdem kuehler als du, er hat etwas Metallisches an sich. Außerdem erscheint er etwas steif und kantig, du dagegen hast weiche und organische Linien. Doch eins, das kann ich dir sagen, habt ihr gemeinsam, ihr seid sehr stille Wesen. Es gibt nicht viele Dinge, die mich an dir stoeren, denn du bist lebenswichtig, aber wenn es etwas gibt, was mir zu schaffen macht, dann ist es deine Verschwiegenheit, aber was will man auch erwarten … von einer Infusionsflasche.

 

Die ganz besondere Art von Beziehung

Lebenszeichen

Ja, hier bin ich wieder. Es gibt wieder eine Menge zu erzählen. Leider bin ich wieder auf Arbeitssuche. Es hat nicht sollen sein. Die Arbeit im Kinderheim ist einfach zu schwer für mein sanftes Gemüt. Eine kurze Zeit und dennoch nehme ich sehr viel an Erfahrungen mit, aber kreativ verwirklichen konnte ich mich in der Arbeit nicht und daran hängt einfach mein Herz. Ich kann nicht ohne die Kunst, ich kann nicht ohne die Musik und bei der Arbeit wäre diese Liebe elendig verkümmert. Da drin steckt mein Herzblut, mein ein und alles und nun gehe ich erneut den steinigen Weg, um endlich da anzukommen, wo ich hingehöre. Gerade verfolge ich das Ziel, verstärkt in die Theaterszene reinzukommen und meine Erfahrungen zu machen. Derzeit schnuppere ich in einem Theaterclub rein. Ansonsten habe ich ganz spontan bei einem Casting des KHG-Theaters teilgenommen und wirklich ganz unverhofft eine Rolle bekommen. I love it. Sich selbst ausdrücken. Oh man. That’s it. Ich dachte nie, dass ich mit dem Gedanken spiele, vllt irgendwann selbstständig zu werden. Wer weiß, vllt besteht mein Job einfach darin, mehrere Jobs zu haben. Zumindest scheint es in diese Richtung zu gehen. Tja, mit 29 immer noch nirgendwo angekommen. Tja, so habe ich mir das auch nicht vorgestellt. Froh bin ich darüber nicht, aber damit muss ich mich jetzt arrangieren während andere schon vollkommen gefestigt ein Leben mit einer festen Arbeitsstelle führen. Jaja. Es bleibt weiterhin spannend.
Soviel zu meinem Leben gerade.

Lebenszeichen

Danke.

Neuer Job. Neue Wohnung. Neue Bekanntschaften. Gleiches Leben, nur mit neu eingeschlagenen Wegen. Die Eindrücke prasseln auf mich ein, sodass ich nie die Zeit finde(n will), meine Gedanken zum Ausdruck zu bringen. Die Abstände zwischen meinen Einträgen werden unregelmäßiger, aber das Einzige, was für mich von Relevanz ist: Ich bin erfüllt von soviel Glückseligkeit und unendlicher Dankbarkeit. Dankbarkeit gegenüber den Dingen, die gerade passieren und mir neue Wege aufzeigen. Danke.

The term, room without a roof, is basically an idiomatic expression meaning that there is no limitation to how far you can take yourself in life. (urban dictionary)

Danke.

Bild (und Wort) am Sonntag #8

Alleine unterwegs sein. Viele bevorzugen es, in Gesellschaft zu sein und sich mitzuteilen. Ich schätze es sehr, Menschen um mich zu haben, die ich liebe, aber ebenso genieße ich auch das Alleinsein. Denn ich genieße es, entscheiden zu können, wann und wohin ich gehe und wann ich wieder aufbreche.
Diese Freiheit nutzte ich auch an einem herrlichen Sommertag, an dem ich entschied, alleine in einem Lokal zu essen, mit dem ich übrigens vorwiedend Erlebnisse in Gesellschaft verbinde. Zunächst war es noch ungewohnt, diesen Ort leer zu sehen, aber schon bald zeigte sich, wie angenehm lebhaft die Stille und „Einsamkeit“ doch sein kann. Straßengeräusche. Gemurmel und Gelächter der anderen Gäste. Musik, die aus dem Radio dudelt. Das alles gepaart mit Sonnenschein reichte aus, um mich in eine Stimmung der Zufriedenheit zu versetzen.
Alles, was in diesem Moment zählte war es, mit allen Sinnen allgegenwärtig zu sein, wobei sich die Augen etwas ausruhen konnten, es gab ja nichts aufregendes zu sehen. Denn vor allem das Gehör und der Geschmackssinn waren gefragt. Aber das Essen waren nicht die einzigen Dinge, die ich alleine unternommen habe, sondern auch das Spazieren durch den Park, das Rasten und das Verirren. Und es tat so unglaublich gut.
Ich bin voller Vorfreude, diesen Ort, den ich bald meine neue Heimat nennen darf, entdecken zu können.

Bild (und Wort) am Sonntag #8